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Wahlauftakt Nationalratswahlen 1999
Kantonaler Gewerbeverband KGV auf Schloss Sargans
vom 8. September 1999
Herr Präsident,
Geschätzte Damen und Herren
Liebe Gewerblerinnen und Gewerbler
Ich freue mich, zum heutigen Wahlauftakt des KGV zum Thema "Frauenpower
in der Politik – Wie ich sie verstehe!" reden zu können
und danke den Verantwortlichen für die Einladung dazu.
Schon seit längerer Zeit bin ich in der Politik aktiv, und
ich kann Ihnen versichern, dass ich in der jungen SVP meine neue
Heimat gefunden habe. Mein Gedankengut, das ich schon immer vertreten
habe – für einen gesunden Mittelstand – für
einen gesunden und konkurrenzfähigen Wirtschaftsstandort –
für eine unabhängige und neutrale Schweiz – deckt
sich vollumfänglich mit der SVP-Politik.
1996 habe ich die SVP-Bezirkspartei Gaster gegründet und mit
viel Einsatz und Engagement dazu beigetragen, dass innert kurzer
Zeit Ortsparteien in Schänis, Kaltbrunn und Amden gegründet
worden sind. Am 13. September wird die vierte der sechs dem Bezirk
Gaster angehörenden Gemeinden, die Ortspartei Benken gegründet.
Ich bin stolz, dass wir als jüngste Bezirkspartei, uns zur
drittgrösste Bezirkspartei im Kanton hinaufgearbeitet haben.
Unter Frauenpower in der Politik verstehe ich knallharten Einsatz
an der Basis, in der Bezirks- und Ortsparteien, als Mitglied des
Leitenden Ausschusses in der Kantonalpartei, als Mitglied der SVP-Frauen
Schweiz und als Mitglied des Zentralvorstandes der SVP Schweiz auf
Bundesebene. Einsatz für das Gesamtwohl unseres Landes, Einsatz
für das Gesamtwohl unseres Volkes. So habe ich:
- Mich gegen das KVG eingesetzt, weil
man die Kosten nicht in den Griff bekommt, indem man sie subventioniert
und das Parlament immer neue Leistungen in den Grundtopf verpackt,
jüngstes Beispiel 50 Mio. für die Heroinabgabe
- Mich gegen die NEAT mit zwei Röhren stark
gemacht, weil ein Bedarf nicht ausgewiesen ist und unser Land
– insbesondere unsere Jungen damit eine riesige Hypothek
– übernehmen müssen
- Gegen die LSVA gekämpft, weil damit ungleiche
Spiesse gegenüber den EU-Transporteuren geschaffen und unsere
einheimischen Transporteure finanziell viel stärker belastet
werden.
- Mich als Frau auch gegen die MSV eingesetzt
und die Frauen aufgeklärt, dass es unverantwortlich ist,
gegenüber unseren Jungen, ein 11. Sozialversicherungswerk
zu schaffen, wenn andere Sozialwerke wie die AHV und die ALV finanzielle
Löcher aufweisen und die Schulden des Bundes bereits auf
rund 120 Mrd. angewachsen sind.
- Gegen die neue Bundesverfassung gekämpft,
weil ich als Patriot stolz bin, Schweizer zu sein und am Schweizer
in der Verfassung festhalten will. Aber auch weil für mich
die Auflistung der Sozialziele und das Streikrecht als Grundrecht
für unseren Wirtschaftsstandort zu weit gingen und nur zur
Verschlechterung des Wirtschaftsstandortes Schweiz beitragen.
(Die SP hat kurz nach der Annahme bereits erklärt, ihr Ziel
sei es nun, die Sozialziele in Grundrechte umzubauen.
Anlässlich der 150-Jahr-Feier Bundesverfassung und 50 Jahre
Frauenparlament hatte ich die Möglichkeit im letzten Jahr als
Delegation der SVP-Frauen Schweiz am Frauenparlament teilzunehmen.
Während zwei Tagen standen Sachgeschäfte wie Mutterschaftsversicherung,
AHV, BVG, Familien-, Kinderzulagen und Sozialhilfe im Mittelpunkt.
Unter dem Motto "Frau sein – frei sein" / "Frei
sein – Frau sein" wurden Thesen verabschiedet, die durch
neue Aufgaben und Ausgaben den Bund finanziell enorm belasten. "Ueber
Finanzen spricht man nicht, die hat man ja" so war der Tenor
der Arbeitsgemeinschaft Frauen 2001.
Am zweitägigen Frauenparlament kristallisierten sich bald
die Gruppierungen heraus. Während SP-Frauen mit Hilfe der CVP-Frauen
und einem grossen Teil der FDP-Frauen sowie allen Frauen aus den
Gewerkschaften und Hilfswerken im Saal ganz klar dominierten und
die Thesen durchbrachten, waren wir SVP-Frauen zusammen mit den
Frauen des Schweiz. Landfrauenverbandes – die mehrheitlich
auch SVP-Frauen waren – ganz klar in der Minderheit. Unsere
Ablehnung der Thesen war eindeutig, denn es ist unverantwortlich
mit immer neuen Begehrlichkeiten das Forderungskarussell anzutreiben,
die Defizite und den Schuldenberg ins Uferlose ansteigen zu lassen.
Als SVP-Frau habe ich in einem Votum an das Frauenparlament meine
ablehnende Haltung zu den Thesen begründet. Als gleichgestellte
und selbständige Gewerbefrau kann ich nicht neue Aufgaben und
Ausgaben gutheissen ohne vorher die Finanzierung geregelt zu haben.
Ich habe die Frauen ermuntert, dass "Frau sein – frei
sein" aus eigener Initiative, nicht aber aus staatlicher Abhängigkeit,
möglich ist. Familie, Karriere und Politik kann nicht gleichzeitig
ausgeübt und unter einen Hut gebracht werden. Es kann aber
mit Planung, Eigenverantwortung und einer genau geführten Prioritätenliste
ganz klar erreicht werden, das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.
Es braucht dazu immer wieder Mut, Ausdauer, Flexibilität und
Kreativität.
Bereits im Frauenparlament hat BR Dreifuss versichert, sie werde
mit der Mutterschaftsversicherung vorwärts machen, und mit
der Mehrheit des Parlaments wäre ihr dieser Schachzug fast
gelungen. Dank unserer Demokratie und dem Zustandegekommen des Referendums
hat nun schlussendlich der Souverän entschieden. Politik ist
in unserem Land nun mal nicht ohne das Volk zu machen – und
das ist auch gut so.
Auf Grund meiner Eindrücke aus dem Frauenparlament habe ich
das Parlament näher unter die Lupe genommen. Von den im Parlament
vertretenen 50 Frauen stellt die SP allein 22 die CVP und FDP je
8 und die Grüne 7. Insgesamt nehmen die Juristinnen mit 18
Frauen den 1. Platz ein, gefolgt von Lehrerinnen und Sozialarbeiterinnen.
Da wundere ich mich nicht, wenn vom Parlament mit der Unterstützung
der meisten Frauen immer neue Aufgaben und Forderungen an den Staat
gestellt werden unter dem Motto "Ueber Finanzen spricht man
nicht – die hat man ja". So war das Parlament weder Willens
noch in der Lage, die von allen bürgerlichen Parteien bei den
letzten Wahlen 1995 die auf die Fahne gross geschriebene dringende
Sanierung der Bundesfinanzen nur ansatzweise anzupacken.
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Meine Damen und Herren
So kann es nicht mehr weitergehen! Frauenpower in der Politik ist
angesagt! Frauen sind im sozialen und ökologischen Bereich
gut vertreten, was das Parlament dringend braucht, sind Frauen aus
dem Finanz- und Wirtschaftsbereich, die die finanziellen und wirtschaftlichen
Aspekte kennen und zu verantworten wissen und gegen die Linke Politik
auch antreten. Es braucht SVP-Frauen die sich für das Wohl
der Gesellschaft – das Wohl von Mann und Frau – das
Wohl unseres Landes einsetzen. Frauen, die am gleichen Strick ziehen
und zusammen mit den Männern Lösungen erarbeiten. Ich
bin überzeugt, dass Vollbeschäftigung und Wohlstand nur
möglich ist, wenn der Staatshaushalt in Ordnung ist, wenn die
Staatsquote rigoros gesenkt und der Mittelstand entlastet wird.
Wenn andere Staaten mit enormen Steuersenkungen dies erfolgreich
erreicht haben, so geht unser Land gerade den gegengesetzten Weg.
Es muss wieder jedem einzelnen mehr zur Verfügung stehen –
dem Gewerbebetrieb für Investitionen und die Sicherung der
Arbeitplätze und dem Privaten für den persönlichen
Gebrauch und die Eigenverantwortung. Denn nur mit einem gesunden
Mittelstand kann die soziale Wohlfahrt aufrecht erhalten werden.
Seit vielen Jahren fordern Wirtschaft und Gewerbe eine Reduktion
obligatorischer statistischer Erhebungen. Sie verursachen in den
Betrieben hohe, oft unzumutbare Kosten – wie eine St. Galler
Studie beweist. Das zuständige Bundesamt für Statistik
bezog Anfangs Januar 1999 in Neuenburg seinen neuen Sitz. Dieser
ist aber bereits zu klein, weil beim Bundesamt für Statistik
– anstatt weniger – zusätzliche neue Pflichten
für Erhebungen übertragen werden. Ich kämpfe für
massiv verbesserte Rahmenbedingungen für Industrie, Gewerbe
und Landwirtschaft durch Abbau von administrativen Leerläufen.
Und als letzten Schwerpunkt fordere ich eine konsequente Asyl-
und Ausländerpolitik. Als kleinstes Land in Europa haben wir
am meisten Asylanten aufgenommen. Während andere Staaten, wie
z.B. unser östlicher Nachbar Deutschland zu Beginn klar signalisiert
hat, dass sie nur 10 000 Flüchtlinge aus dem Kosovo aufnehmen,
oder Frankreich und England gar keine, hat das kleine Land Schweiz
mit seiner Regierung, insbesondere mit BR Dreifuss, welche gleich
auf der Heimreise Flüchtlinge an Bord ihrer Maschine mitgenommen
hat, geradezu Tür und Tore geöffnet, dass alle zu uns
kommen können und bei uns Aufnahme finden. Heute sind insgesamt
165.000 Asylanten in unserem Land, trotz grosszügiger Unterstützung
Fr. 2.000.– für Erwachsene und Fr. 1000.– für
Kinder ist bis heute erst ein kleiner Teil wieder nach Hause zurückgekehrt.
Dies muss unbedingt geändert werden, Flüchtlinge die an
Leib und Leben bedroht sind, sollen nach wie vor bei uns Asyl erhalten.
Illegal eingereisten und krimineller Asylanten und Ausländer
muss schnell und nachhaltig ein Riegel geschoben werden. Das sind
wir nicht nur uns, sondern auch den bei uns wohnhaften assimilierten
Ausländern schuldig.
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Geschätzte Gewerblerinnen
Geschätzte Gewerbler
Es macht mir Freude, zusammen mit unserem Präsidenten Nationalrat
Toni Brunner und mit den SVP-Parlamentariern im Zentralvorstand
am gleichen Strick zu ziehen und bei den nationalen sachpolitischen
Geschäften kraftvoll mitzuarbeiten.
Ich bin ein Garant für eine klare, gradlinige und bürgerliche
Politik und will die Anliegen der Bevölkerung und des Gewerbes
auch im Nationalrat einbringen. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit
und danke Ihnen für Ihre Unterstützung. Speziell freuen
würde es mich, wenn Sie mich 2 x auf die Liste schreiben würden.
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