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Ueberparteilich – und doch unter
sich – Profilierungsängste der CVP und FDP?
Kürzlich wurde ein "überparteiliches
Komitee für gesunde Finanzen im Kanton" gegründet
und mittels Pressekonferenz vorgestellt. Es fällt auf, dass
ausschliesslich Kantonsräte der CVP und FDP sich für das
"Sparpaket 97" starkmachen, das am 29. November 1998 zur
Abstimmung kommt. Dabei war es doch die SVP, die allein gegen alle
für Einsparungen auf der Ausgabenseite und gegen neue Steuererhöhungen
gekämpft hat und sich weiter einsetzt.
Finanzlage des Kantons
Seit 1990 sind jährlich Defizite erzielt worden, sodass
sich innert sechs Jahren der kumulierte Saldo des Ausgabenüberschusses
mittlerweilen auf total 385.9 Mio. Franken beläuft. In diesem
Umfang mussten in diesen Perioden entweder Aktivanlagen abgebaut
oder Fremdmittel aufgenommen werden, um die Finanzierung der Defizite
sicherzustellen. Daher resultiert ebenfalls eine Verschlechterung
des Saldos zwischen den Aktiv- und den Passivzinsen. 1990 resultierte
noch ein Aktivzinsüberschuss von 16.2 Mio. Franken. Dieser
nahm pro Jahr stetig ab und 1996 musste erstmals ein Passivzinsüberschuss
von 1.5 Mio. Franken hingenommen werden.
Wer ist dafür verantwortlich
Ich bin überrascht, wie sich gerade jetzt die CVP und
FDP um gesunde Finanzen im Kanton bemühen. Sie sind es doch
gerade, die für dieses Desaster verantwortlich sind und uns
zu dieser Finanzmisere geführt haben, schliesslich nehmen sie
insgesamt 110 Sitze im Grossen Rat ein oder verfügen über
61% Stimmenanteil. Sie hätten es längst in der Hand gehabt,
frühzeitig diese Misere abzuwenden.
Keine verlässlichen Partner
Die 17-köpfige Finanzkommission des Grossen Rates mit
7 CVP, 4 FDP, 3 SP, 1 LDU, 1 AP und 1 SVP-Vertreter hatte ursprünglich
bei der Budgetdebatte beantragt, das Budget 1998 zurückzuweisen
und ausgeglichen ohne Steuererhöhung dem Parlament vorzulegen.
Die Regierung mit Finanzminister Schönenberger CVP zeigte sich
befremdet, worauf die Finanzkommission auf einen Rückweisungsantrag
verzichtete und eine beschränkte Steuererhöhung akzeptierte.
Es zeigt sich einmal mehr, dass die CVP und FDP kein verlässlicher
Partner ist.
Steuererhöhung 2% ab 1998
In der November-Session des letzten Jahres hat die Regierung
beantragt, die Staatssteuer von 110% auf 115% der einfachen Steuer
und gleichzeitig den Maximalsteuerfuss von 160% auf 163% für
Ausgleichsgemeinden zu erhöhen. Die SVP-Fraktion hat bis zum
Schluss an ihrem Rückweisungsantrag festgehalten und gegen
die geplanten Steuererhöhungen gekämpft. Trotzdem hat
der Grosse Rat einer Erhöhung von 110% auf 112% zugestimmt
jedoch den Maximalsteuerfuss auf 160% belassen. Die Steuerpflichtigen
wurden somit bereits ab 1998 mit 2% mehr zur Kasse gebeten.
Steuererleichterungen angesagt
Anlass zur Steuergesetz-Revision bildet das Steuerharmonisierungsrecht,
das allen Kantonen vorschreibt, ihre Steuergesetze bis Ende 2000
anzupassen. Die Regierung wollte ursprünglich auch eine steuerliche
Entlastung für alle, für Einkommenssteuerpflichtige in
bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen, für Familien
– insbesondere solche mit Kindern – sowie für die
Unternehmungen.
Statt dessen weitere Steuererhöhungen
CVP-Regierungsrat Schönenberger fordert nun eine weitere
Erhöhung des Staatssteuerfusses von 112 % auf 117% und gleichzeitig
eine Erhöhung des Maximalsteuerfusses von 160% auf 163% für
Ausgleichsgemeinden. Er versichert zwar, dass die Steuerpflichtigen
mit der Steuergesetz-Revision keine höheren Steuerrechnungen
erhalten.
Die Finanzkommission mit CVP und FDP-Mehrheit hat eine Steuererhöhung
von 3% und 2% beschlossen und gleichzeitig die Verbesserung des
Wirtschaftsstandorts St. Gallen preisgegeben. Der Grosse Rat hat
nun in der November-Session darüber zu beschliessen.
Unglaubwürdige Politik
Es ist meines Erachtes schizophren dem Volk bessere Steuerbedingungen
für private und für den Wirtschaftsstandort St. Gallen
zu versprechen und in gleichem Atemzug neue Steuererhöhungen
zu fordern. Die Verbesserungen der Steuergesetz-Revision werden
damit zu einem grossen Teil wieder aufgefressen und wir werden weiterhin
gegenüber dem Kanton Schwyz und Zürich nicht konkurrenzfähig
sein und weitere "gute Steuerzahler" verlieren.
Raubbau auf Portemonnaie
Es ist eine Tatsache, dass durch jede Erhöhung der
Steuerquote jedem Einzelnen noch weniger Geld zur Verfügung
stehen wird. Und da wundern sich vor allem Exponenten der SP und
CVP und einiger FDP, dass wir in unserem Land eine schleichende
Armut haben. Sie sind es doch, die vom Staat immer neue Aufgaben
und Ausgaben fordern, die schlussendlich allein vom Volk finanziert
werden muss. Ich mache sie allein dafür verantwortlich.
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