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Bundesrätin Metzler ratlos?

Nach dem beschämenden Desaster in Kollers Asylpolitik erhoffte man sich von seiner Nachfolgerin doch eine gewisse Besserung. Doch ausser zögerlichen Vorstössen, jeweils unmittelbar gefolgt von Rückzugsmanövern, vernimmt man auch aus dem Departement Metzler kaum mehr als unverbindliche Worthülsen. Die Sache im Griff, auf gutem Wege, überraschend positiv, Massnahmen eingeleitet usw. Vermutlich liegt es zumindest teilweise daran, dass man im Bunde der «Neuen vereinigten Linken» zu sehr auf die tonangebenden Sozialisten Rücksicht nehmen muss. Praktisch hat man jedenfalls den kaum widerlegbaren Eindruck, dass sich bei Metzler zwar nicht weniger, aber auch nicht mehr bewegt als unter Koller. Mitunter entsteht der Verdacht, dass ohne die zielorientierte Zürcher Regierungsrätin, Rita Fuhrer, die der unsicher lavierenden Jung-CVP-lerin im Bundesrat offenbar gelegentlich die Gangart vorexerziert, die bundesrätliche Rat- und Tatenlosigkeit den Zenit erreichen würde.

So kommt es, dass wir in einer Sonntagszeitung lesen: Wir rechnen damit, dass 15000 Kosovo-Albaner abtauchen werden, aber dennoch sind die Behörden zufrieden. Solches sagt nicht etwa ein linker Multi-Kulti-Verfechter. Nein, die Worte stammen offensichtlich vom aus Steuergeldern hochbezahlten Spitzenbeamten Hadorn. Dessen Aufgabe wäre es doch – so glaubte die Bevölkerung – renitente oder abtauchwillige Kosovaren auf dem schnellsten Weg dorthin zu bringen wo sie hingehören: In den längst befriedeten Kosovo. Hadorn soll nicht darüber nachdenken, wie man eventuell unter Umständen möglicherweise verhindern kann, dass die schon bald Illegalen kriminell zu werden drohen oder in die Schwarzarbeit «abgleiten». Er soll endlich dafür sorgen, dass die fragliche Gruppe ausgeschafft wird. Zwanzig Rückzuschaffende kann Hadorn ja bei Ruth Dreifuss deponieren. Sie hat diese illegal hergebracht, also soll sie sie auch wieder zurückbringen.

Wäre es nicht Pflicht oder zumindest sehr wünschenswert, Frau Metzler würde solchen Spitzenbeamten ohne jeden Verzug die Pflichten und Aufgaben nachdrücklich erklären? Aber nein, sie sieht ihre Aufgabe offenbar eher darin an der Innerrhoden und Glarner Landsgemeinde adrett gekleidet, verbindlich lächelnd, Interviews zu geben. Der Jugendbonus ist vorbei. Ich erwarte von Frau Metzler, dass sie zu tun beginnt wofür sie gewählt ist: Mit starker Hand zielorientiert führen, auch wenn ihr das in ihrer Partei beileibe nicht in die Wiege gelegt wurde!

Marianne Steiner

SVP-Kantonsrätin, Kaltbrunn

 

 

 

 

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aktualisiert 11.02.2005