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Luchs reisst Nutztiere

Luchs reisst Nutztiere - Alpen in Gefahr!

Was wir im Komitee "Stopp Luchs Versuchsprojekt" befürchtet haben, ist nun Tatsache geworden. Im Speergebiet auf der Rossalp ist eine Ziege gerissen worden. Auf der Alp Trüebsitten werden vier Ziegen vermisst. Während vom Wildhüter feststeht, dass die Ziege auf der Rossalp vom Luchs gerissen wurde, und dem Geschädigten der Schaden laut Zeitungsbericht abgegolten wurde, ist die Ausgangslage der vermissten vier Ziegen auf der Alp Trüebsitten sehr ungewiss.

Im St. Galler Bauer wurde anfangs Juli (in der gleichen Ausgabe zwei Seiten nach der Reportage über die Uebergabe der 14124 Unterschriften der Petition "Stopp Luchs-Versuchsprojekt") die Abgeltung von luchsbedingten Schäden an Haus- und Nutztieren veröffentlicht. Darin wird festgehalten, dass Schäden nur abgegolten werden, wenn die Ursache durch den Luchs feststeht.

Was passiert nun mit Tieren, die im Sommer infolge brütender Hitze schnell bis zur Unkenntlichkeit verwesen und vom Wildhüter nicht mehr rechtzeitig untersucht werden können? Was passiert mit Tieren, die der Luchs mit Haut und Haaren aufgefressen hat und nicht mehr für eine Tatbestandesaufnahme bereitstehen? Wenn dann noch mit fadenscheinigen Begründungen, wie streunende Hunde hätten die Ziegen gerissen, argumentiert wird, ist es meines Erachtens eine bodenlose Frechheit und zeugt von wenig Naturkenntnissen.

Sepp Luchsinger bewirtschaftet die Alp Trüebsitten seit über 25 Jahren. Während seiner langjährigen Tätigkeit ist nie ein solcher Fall aufgetreten - nie hat er in einem Sommer so viele Tiere auf solch misteriöse und tragische Weise verloren. Wie auch immer entschieden wird, eines steht fest; mit finanziellen Mitteln allein kann der Verlust der Tiere nicht gutgemacht werden.

Der Besitzer der vier Ziegen ist ein 11-jähriger Junge, der mit viel Liebe zu Hause die Tiere gehegt und gepflegt und mit Freude sie auf die Alp zur Sömmerung gebracht hat. Dies Vertrauen ist nun arg zerstört worden, denn im Herbst bei der Alpabfahrt wird er seine Ziegen nicht mehr in Empfang nehmen können.

Sicher im Alpsommer 2002 kein Einzelfall. Ob der Vertrauensverlust mit der finanziellen Abgeltung wett gemacht werden kann ist fraglich. Als Kantonsrätin und begeisterte Berglerin wehre ich mich vehement gegen die verfehlte Politik des Bundes und des Kantons St. Gallen. Die Alpen sollen auch in Zukunft bestosst werden und die Tiere mit ihrem beruhigenden Geläute ohne Gefahren der Raubkatzen weiden.

Die Regierung plant weitere 2 - 3 Luchse im Herbst 2002 auszusetzen. Das Komitee "Stopp Luchs-Versuchsprojekt" fordert mit den über 14000 unterzeichneten Petitionären die Regierung auf, keine weitere Luchse mehr auszusetzen, den Vertrag für das bestehende Luchs-Versuchsprojekt fristgerecht per 31. Dezember 2003 zu kündigen und fortan den Staatshaushalt, das Wild und die Nutztiere zu schonen und auf jegliche Luchs-Versuchsprojekte zu verzichten.

Diese Forderungen habe ich mittels einfacher Anfrage an die Regierung gestellt. Ich warte gespannt auf die Antwort der Regierung...

Marianne Steiner, SVP-Kantonsrätin
Co-Präsidentin Komitee "Stopp Luchs-Versuchsprojekt"

 

 

 

 

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aktualisiert 11.02.2005