|
Interpellation "Stopp Luchs-Versuchsprojekt"
November 2002
Luchs-Versuchsprojekt – was muss noch alles
passieren?
Die Beantwortung der Regierung auf meine einfache Anfrage befriedigt
uns nicht, vor allem wie die Regierung gegen die Meinung des Volkes
und gegen die Befürchtungen und Aengste der 14124 Petitionäre
antritt. Sie verharmlost das Ganze in ihrer Begründung, dass
bis jetzt nur ein Nutztier zu Schaden gekommen sei, dass der Staatshaushalt
des Kantons St. Gallen bei einem Verzicht auf das Projekt nicht
entlastet werde, ja sie vertreten sogar die Meinung, dass jedes
Jahr deutlich mehr Rehe und Gämsen ausserhalb der Jagd - bspw.
durch Verkehrsunfälle - zu Tode kommen, als die vorhandenen
und noch zusätzlich für eine Ansiedlung vorgesehenen Luchse
zusammen je zu reissen vermögen.
Tatsache ist, dass es nach dem Alpsommer 2002 viel mehr Schäden
an Nutztieren gibt, als die Statistik aufzeigt und die Wild- und
Nutztierrisse in Zukunft zunehmen werden, weil die Population des
Luchses bis jetzt noch nicht zum Tragen gekommen ist, dass weitere
2 - 3 Tiere im Kanton Thurgau ausgesetzt werden, dass es im Speergebiet,
in dem sich der Luchs wohl fühlt, bereits heute nach zwei Jahren
Versuch, keine Rehe mehr gibt, dass die Petitionäre den Staatshaushalt
insgesamt d.h. Bund und Kanton schonen wollen und die aktive Luchsansiedlung
des Staates nicht zu den Kernaufgaben gehört.
Aus diesem Grund habe ich eine Interpellation eingereicht in der
ich die Regierung bitte:
- Ueber die Ergebnisse des gesamten Wald/Wild-Pilotprojekts
während der nun 2-jährigen Luchs-Versuchsphase zu berichten.
- Was will die Regierung gegen die Aengste
und Befürchtungen der Landwirte, Jäger, Schaf- und Ziegenhalter
und der Landbevölkerung insgesamt unternehmen?
- Es ist bekannt, dass Aelpler im Sommer
2002 einige Nutztiere im Speergebiet verloren haben und zu Schaden
gekommen sind. Diese figurieren auf keiner Statistik, weil kein
Luchsriss nachgewiesen werden konnte. Muss das nun in Zukunft
einfach hingenommen werden oder was gedenkt die Regierung dagegen
zu tun?
- Die Regierung hat neue Pachtverträge
mit den Revierpächtern auf die Dauer von 8 Jahren abgeschlossen
ohne sie zuvor über das geplante Luchsprojekt in Kenntnis
zu setzen. Bereits heute können die vorgegebenen Abschusszahlen
nicht mehr erfüllt werden, weil es z.B. im Speergebiet keine
Rehe mehr gibt. Wie will die Regierung dieses Problem lösen,
ev. durch Senkung der Pachtzinsen?
- Es ist uns bewusst, dass der Kanton
mit einem Ausstieg per Ende Jahr 2003 nicht bewirken kann, dass
die ansässigen Tiere das Kantonsgebiet verlassen. Sie könnten
frei und unbeaufsichtigt in der Natur belassen werden. Was spricht
denn dagegen?
- Was muss nach der Meinung der Regierung
noch alles passieren, bis das Luchs-Versuchsprojekt abgebrochen
werden kann?
Marianne Steiner, SVP-Kantonsrätin, 8722 Kaltbrunn
nach oben
|