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Interpellation
Dezember 2002
Bevölkerungsschutz hat erste Priorität
Das Hochwasser im Mai 1999 hat die Anwohner am Linthkanal in Angst
und Bangen versetzt. Es steht ausser Frage, der Linthdamm muss dringend
saniert werden. Die SVP forderte bereits damals die dringende Sanierung
ohne Vernichtung von weiterem Kulturland. Mit der AP 2002 und der
Marktöffnung durch die bilateralen Verträge, der AP 2007
kommen die Einkommen der Landwirte bereits schon genug unter Druck.
Die Existenz der Landwirte darf nicht durch Kulturlandvernichtung
für Auenlandschaft, Schutzzonen, Pufferzonen und Renaturisierung
gefährdet werden. Die SVP hat sich dementsprechend gegen die
Schutzverordnung der Gemeinde Benken und den Richtplan 2001 des
Kantons St. Gallen zur Wehr gesetzt.
Ganz nach der sattsam bekannten Manier der Grünen und des
WWF, versucht man unter einem Deckmäntelchen mit allen Mitteln
und auf allen möglichen Ebenen Eigeninteressen durchzuschummeln
und so gelingt es immer wieder einer Minderheit, mit zudienlicher
Hilfe von der sich bürgerlich nennenden CVP und FDP über
eine Mehrheit zu bestimmen. Die Forderung, die Linthdamm-Sanierung
vor allem unter ökologischen Kriterien durchzuführen,
wurde auch in einem parlamentarischen Vorstoss von CVP-Ständerat
Eugen David aufgegriffen. Daraufhin verlangte der Bundesrat die
Realisierung eines Projekts, das nicht nur dem zeitgemässen
Schutz vor Hochwasser Rechnung trage, sondern auch die ökologischen
Aspekte berücksichtige.
Noch vor der Abstimmung zur Interkantonalen Vereinbarung über
das Linthwerk wollte uns niemand Auskunft über das Linthkonzept
2000 erteilen. Nach der Zustimmung zum Linth-Konkordat wird die
neu zu bestellende Linthkommission festlegen, welches Hochwasserschutz-Konzept
weiter verfolgt wird, sodass der Baubeginn voraussichtlich im Jahre
2004 - nicht wie ursprünglich geplant 2003 - stattfinden wird.
Der Bevölkerungsschutz hat für uns erste Priorität.
Es darf nicht sein, dass nur die Forderungen der Grünen und
des Bundes berücksichtigt wird und dadurch die dringende Sanierung
zur Sicherheit der Bevölkerung verschlampt wird. Die Sanierungspläne
müssen nicht nur die Umweltverträglichkeitsprüfung
bestehen, sondern im Einklang mit der Bevölkerung machbar und
finanzierbar sein. Wir im Linthgebiet wollen am Linth-Konzept 2000
teilnehmen und mitbestimmen und lassen es nicht zu, dass 220 Hektaren
Kulturland vernichtet werden.
Auf Grund der Geschehnisse seit dem Hochwasser 1999 will ich mittels
Interpellation von der Regierung folgende Fragen beantwortet haben:
- Ist das Linth-Konzept 2000 bewusst erst jetzt
nach der Abstimmung vorgestellt worden, um das Linth-Konkordat
nicht zu gefährden?
- Wie sieht der Plan nun nach der einjährigen
Verzögerung aus?
- Müsste nicht aufgrund der heutigen Kenntnisse
und der andauernden Gefahr des Hochwassers der Bevölkerungsschutz
priorisiert und vor die Umweltverträglichkeit gestellt werden?
- Wie gedenkt die Regierung, der Landwirtschaft
die rund 200 Hektaren Kulturlandvernichtung zu ersetzen und die
damit gefährdeten Existenzen abzuwenden?
- Wie lange müssen wir noch warten, bis
die Sanierung endlich an die Hand genommen wird?
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