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Bericht aus der November-Session
Voranschlag 2002 33.01.03
Die SVP hat das Budget 2002 mit Empörung
zur Kenntnis genommen.
Während die Wirtschaft überall Kosten einsparen und die
Preise drastisch senken musste, verzeichnete der Kanton St. Gallen
in den letzten zehn Jahren einen Mehraufwand von rund 1.9 Mrd. Franken.
Die Ausgaben sind innert weniger Jahre von 1.77 Mrd. (1990) auf
3.60 Mrd. 2002 angestiegen. Wie die Regierung in ihrer Botschaft
auch bestätigt, steigt der Aufwand (ohne durchlaufende Beiträge
und interne Verrechnungen) gegenüber dem Vorjahresbudget um
rund 257 Mio. Franken bzw. 9.3%. Auch wenn man die Uebernahme neuer
Aufgaben, nämlich der Kantonalisierung der Berufsschulen und
der Berufsberatung berücksichtigt, ergibt sich eine Aufwandsteigerung
um 175 Mio. bzw. 6.4%. Auch diese bereinigte Zuwachsrate liegt über
dem prognostizierten nominellen Wirtschaftswachstum. Die Staatsquote
nimmt also deutlich zu. Das kann so in keiner Art und Weise akzeptiert
werden.
Ich erinnere Sie daran, was die Regierung bei der Steuergesetz-Revision
versprochen hat. Sie wollte ursprünglich auch eine steuerliche
Erleichterung für alle, für Einkommenssteuerpflichtige
in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen, für Familien
- insbesondere solche mit Kindern - sowie für die Unternehmungen.
In der Zwischenzeit hat die Regierung zusammen mit dem Grossen Rat
zwei mal die Erhöhung des Staatssteuerfusses durchgesetzt,
nämlich 1998 von 110 auf 112 % und 1998 von 112 auf 115%. Dem
nicht genug, den Ausgleichsgemeinden wurden noch zusätzlich
2% beim Maximalsteuerfuss dazugegeben. Damit wurde nicht nur eine
Erleichterung für Steuerpflichtige, sondern auch eine Verbesserung
des Wirtschaftsstand-ortes St. Gallen zunichte gemacht. Es ist meines
Erachtens schizophren dem Volk bessere Steuerbedingungen für
private und für den Wirtschaftsstandort St. Gallen zu versprechen
und in gleichem Atemzug neue Steuerfusserhöhungen zu fordern.
Die Verbesserungen der Steuergesetz-Revision wurden damit zu einem
grossen Teil wieder aufgefressen und wir werden weiterhin gegenüber
unseren Nachbarkantonen insbesondere Schwyz und Zürich nicht
konkurrenzfähig sein und weitere „gute Steuerzahler“
verlieren.
Sowohl der Kantonsrat als auch die Regierung tragen gemeinsam die
Verantwortung für die heutige Situation. Die SVP hat sich klar
und deutlich gegen die zweimaligen Steuerfusserhöhungen ausgesprochen.
Im Nachhinein hat sich auch gezeigt, dass durch die erzielten Ueberschüsse
der letzten Jahre Steuern auf Vorrat geschaffen worden sind - d.h.
die Steuerfusserhöhungen schlichtwegs nicht nötig gewesen
wären. Daher ist es heute und jetzt dringend nötig, die
damaligen Steuerfusserhöhung den Steuerpflichtigen in der Höhe
der 5 % wieder zu korrigieren.Während zwei Tagen intensiver
Arbeit haben wir in der Finanzkommission alles daran gesetzt, mit
konstruktiven Lösungsvorschlägen die Kostensteigerung
zu reduzieren und die angestrebte Steuerfuss-Senkung von 5 % ohne
Entnahme des Eigenkapitals zu erzielen. Es hat mich gefreut, dass
die FDP zuvor mittels Inseraten sich für die Steuerfuss-Senkung
stark gemacht hat - also war ich zuversichtlich, dieses Ziel bereits
in der FIKO erreichen zu können. Leider ist es nur bei den
Versprechungen geblieben.
Werte Kolleginnen und Kollegen
Der Staat muss man zum Sparen zwingen - darum
runter mit den Steuern!
Der Staat nimmt dem Bürger jedes Jahr einen grösseren
Anteil seines hart verdienten Einkommens weg. Der Raubzug auf das
Portemonnaie des Bürgers ist im Interesse einer Stärkung
des Wirtschaftsstandortes umgehend zu stoppen. Die Erfahrung zeigt,
dass sich der Staat erst dann um ernsthafte Massnahmen zur Kostensenkung
bemüht, wenn er durch den Rückzug seiner Einnahmen dazu
gezwungen wird. In den USA und England wurde das Rezept der deutlichen
Steuersenkung mit grossem Erfolg angewandt und führte letztlich
sogar zu höheren Einnahmen für den Staat.
Ein „Ja“ zu Steuersenkungen ist
ein „JA“ zu privaten Investitionen, Produktivität
und Wirtschaftswachstum.
Die SVP verlangt mit ihrem Antrag, der Staatssteuerfuss sei um
5 % zu reduzieren lediglich eine Ausgabensenkung um ca. 0.25 % des
Gesamtbudgets. Ist dies etwa „unrealistisch“ oder überrissen?“
Die Regierung hat doch das vorgängige Defizit von 100 Mio.
auch auf 25 Mio. senken können. Dann wird doch auch noch Luft
drin sein für die restlichen Franken. Wir werden diese prekäre
Lage nicht weiter akzeptieren und auf die Februar-Session dementsprechend
einen Vorstoss einreichen. Das hier ist ein erster Schritt in die
richtige Richtung.
Ich bitte Sie, werte Kolleginnen und Kollegen heute und jetzt,
Gutes zu tun, Gutes zu tun, indem sie die vielen Steuerpflichtigen,
Einkommenssteuerpflichtige in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen,
Familien - insbesondere solche mit Kindern - auch die sog. Working-pur-Familien
sowie all die Unternehmungen, die sich tagtäglich für
die Erhaltung und Sicherung der Arbeitsplätze einsetzen, nun
auch tatsächlich entlasten, so wie es seitens der Regierung
bei der Steuergesetz-Revision versprochen wurde. Ich bitte Sie heute
und jetzt den Mut aufzubringen, mal einen unkonventionellen Schritt
zu gehen und die Anträge der SVP :
- das Traktandum 4.1 Staatssteuerfuss vor dem
Traktandum 2 Laufende Rechnung zu behandeln,
- Der Staatssteuerfuss nach Art. 6 des Steuergesetzes
für das Jahr 2002 auf 110 Prozent festzusetzen und die Regierung
zu beauftragen, die zusätzlich erforderlichen Mittel durch
weitere Kosteneinsparung zu decken,
gutzuheissen.
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