| Schweiz – einziger Rohstoff ist die Bildung – lieber alle gleich schlecht?
Kürzlich war in den Medien zu lesen: „Volk hat sich gegen die Pläne für eine Schulreform erhoben. In Hamburg droht die erste schwarz-grüne Koalition auf Länderebene zu scheitern. Grund dafür ist der Unmut über eine Schulreform - diese sieht vor, dass ab Herbst 2010 alle Schüler sechs Jahre lang gemeinsam in die Grundschule gehen. Diese Reform ging vielen Eltern in dem 1.7 Mio. Einwohner zählenden Stadtstaat zu weit. Innert kürzester Zeit unterschrieben 182‘122 Hamburger ein Volksbegehren, für das nur 61‘834 Unterschriften notwendig gewesen wären. Bravo, und was machen wir?
HarmoS lässt grüssen!! Zwar ist es – seit erkannt wurde, dass HarmoS nicht mehr gesamt-schweizerisch eingeführt werden kann – etwas ruhiger geworden um dieses Volksschul-Gleichschaltungskonzept. Trotzdem gehen die Ratifizierungen in den Kantonen weiter. So finden 2010 die nächsten zwei HarmoS-Abstimmungen statt: In Freiburg und Appenzell Ausserrhoden. Dazu kommt, dass die Auseinandersetzungen um die Volksschul-Gleichschaltung derzeit auf HarmoS-verwandten Nebenschauplätzen statt findet.
Die politische Linke will Hausaufgaben generell abschaffen. Nicht um Eltern von Stress, Aufsichts- und Erziehungsaufgaben zu entlasten. Nein: Die Linke behauptet, Hausaufgaben würden „Ungleichheit fördern“. Es gebe nämlich, sagen linke Antibildungs-Ideologen, Eltern, welche ihre Kinder zu sauberem, sorgfältigem Arbeiten, zu zuverlässiger Erledigung der Hausaufgaben anhalten würden. Weil andere Eltern dafür zu bequem seien, sei Ungleichheit programmiert.
Dies um so mehr, als dass die Erziehungswissenschaft herausgefunden habe, dass elterliche Förderung die Bildung der Kinder am wirksamsten begünstige. Kinder, die sich zu Hause heimisch fühlten, denen im Elternhaus regelmässig Bildungserlebnisse gesichert würden, seien die aufgewecktesten Schüler. Deshalb, so verlangt die Linke, müsse Eltern-Förderung rigoros ausgebremst werden. Nur dann, wenn die Kinder der elterlichen Bildungsbetreuung enthalten würden, sei Gleichheit in der Wahrnehmung des Bildungsangebots gewährleistet. Funktionäre statt Eltern müssten für die Bildungsarbeit verantwortlich werden. Nur dann hätten alle Kinder gleiche – gleich schlechte – Bildungschancen.
Und wenn das Kind nun besondere Begabungen in sich trägt? Sind diese auszumerzen? Damit alle Kinder die genau gleichen, zumindest die gleich schlechten Startchancen haben? Solches fordern die linken Bildungsideologen zwar (noch) nicht. Aber sie wissen, dass elterliche Entdeckung von Begabungen und elterliches Fördern von Begabungen in den Kindern den besten Nährboden heranbildet, auf dass sich darauf Begabungen schliesslich auch voll entfalten können. Solch persönliche Förderung ist den Einheits-Bildungsideologen freilich ein Gräuel. Sie wollen HarmoS. Sie wollen, dass alle Bildungsarbeit Funktionären übertragen wird. Nur so werde jedes Kind rigoros gleich behandelt – ungeachtet von Sonderbegabungen, die allenfalls in ihm stecken. Lieber alle gleich schlecht behandeln als einige individuell, ihren Begabungen folgend.
Das ist die Ideologie, die letzten Endes auch dem HarmoS-Konzept zugrunde liegt. Deshalb muss die Erziehungsverantwortung unbedingt und uneingeschränkt bei den Eltern bleiben.
Marianne Steiner, SVP-Kantonsrätin
Mitglied des kantonalen Bürgerkomitees Nein zu HarmoS
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