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Wahlkampf läuft sich warm
HV Hauseigentümer in Jona
mit erstem Podium von Nationalratskandidaten
Erstmals kreuzten im Joner
„Kreuz“ Nationalratskandidaten aus dem Linthgebiet die
Klingen. Im Anschluss an die Hauptversammlung des Hauseigentümerverbandes
See-Gaster (HEV) diskutierten Kandidaten verschiedenster Parteien
zur umstrittenen Miet-Initiative.
Uschi Meister
Die Besetzung des Podiums barg einige Brisanz, standen sich doch
die „Kämpfer im Ring“ erstmals in vermeintlich
feindlicher Haltung gegenüber. Allerdings war mit Urs Bernhardsgrütter
(UGS) auch nur ein Befürworter der Miet-Initiative in die Runde
gestiegen, und der ist noch nicht als Nationalratskandidat nominiert.
Die weiteren Teilnehmer hiessen Marianne
Steiner (SVP), Martin Klöti (FDP), Bernhard Kuster (CVP und
Junge CVP) sowie Jakob Büchler (CVP). Für die faire und
umsichtige Moderation sorgte Rudolf Herensperger, Vizepräsident
und Presseverantwortlicher des HEV.
Das Wort erteilte er als erster der einzigen
anwesenden Dame, Marianne Steiner, indem er voraussetzte, dass sie
mit Sicherheit am 18. Mai ein Nein zur Miet-Initiative einlege.
Mit dieser Vermutung lag er richtig. Die Initiative sei der falsche
Weg, erklärte die Treuhänderin als Kaltbrunn, sie gefährde
den helvetischen Mietfrieden, was Vermieter und Mieter nämlich
wollten, wäre doch schlicht mehr Markt und nicht die weitere
Bürokratisierung. Urs Bernhardsgrütter hatte die Ja-Argumente
aufzubringen, weil sie die Mietzinsen über längere Zeit
sicherstelle, Schutz gegen Missbrauch, Spekulation und Preistreiberei
biete und das Wohneigentum fördere.
„Wolf im Schafspelz“
Wer jetzt investiere, der tue unserer Wirtschaft
Gutes, äusserte sich Jakob Büchler, ein noch weiter verkompliziertes
Mietrecht berge jedoch die Gefahr, dass die Lust auf Investition
weiter schwinde. Auch Martin Klöti betrachtete die Bauwirtschaft
als zentralen Faktor in unserem Land, an der grösstenteils
KMU-Betriebe teilhaben, die darauf angewiesen seien, dass die Lust
am Investieren erhalten bleibe. Als klar jüngstem Teilnehmer
lag Bernhard Kuster das Thema Bausparen am nächsten. Er wollte
dafür zweckgebundene Verträge und nicht wie in Deutschland
Prämiensparverträge für Leute, die gar nicht die
Absicht hätten, jemals zu bauen.
Eigenmietwert und die Abkoppelung der Mieten
von den Hypothekarzinsen bildeten weitere Schwerpunkte der nicht
eben kontrovers verlaufenen Diskussion, die eher an eine Schnupperrunde
als an wirklichen Schlagabtausch erinnerte. Marianne Steiner schoss
einige Pfeile in Richtung Martin Klöti und hob den unsozialen
Aspekt des Eigenmietwertes für Rentner hervor. Dieser konterte,
sie wolle doch „da Föifer und sWeggli“ und bezeichnete
Urs Bernhardsgrütter nach dessen Outing als Besitzer einer
Eigentumswohnung als „Wolf im Schafspelz“.
Humor bewies HEV-Präsident Paul
Hager bei den Gastgeschenken: Schirm und Socken im Falle von Regen
und „abgsagete Hose“.
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