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Die SVP selbstbewusst im Angriff

Hoffnung nicht nur auf vierten, sondern auch auf fünften Nationalratssitz

Die Nationalratsnominationen der kantonalen SVP waren ein selbstbewusster Auftakt des Wahljahres. Die SVP weiss einen vierten Sitz praktisch auf sicher – und rechnet insgeheim mit einem fünften.

Ruedi Hertach


Die Stimmung am Montagabend an der kantonalen SVP-DV in Gossau war eindeutig. Diese Partei sieht sich im Aufwind und verspricht sich für die Nationalratswahlen 2003 einen weiteren Vormarsch.

Verwegen ist diese Einschätzung nicht. Denn 1999 fehlten der SVP nur sehr wenige Parteisimmen zu einem vierten Sitz. Während damals die Listenverbindung von CVP und FDP total 43 Prozent nochmals sechs Mandate (das heisst die Hälfte aller zwölf St. Galler Nationalratssitze) ergatterte, musste sich die SVP, die inklusive Nebenliste bereits staatliche 28.2 Prozent errang, mit drei Sitzen begnügen.

Die SVP muss also diesmal nur minim zulegen, um den vierten Sitz zu holen, und wenn sie stärker wächst, dann ist auch ein fünfter in Reichweite. Dies wäre erst recht dann der Fall, wenn CVP und FDP diesmal eine Listenverbindung unterlassen sollten. Fragen kann man sich auch, ob die Freisinnigen mit ihrer Absicht, nur noch eine einzige Liste zu präsentieren, gut beraten sind.

Andrang auf die Liste

Auffallend war auch, wie intensiv an der SVP-Versammlung um die zwölf Plätze auf der Liste gekämpft wurde – im Gegensatz zu andern Parteien, die offenbar froh sein müssen, wenn sie ihre Listen voll bekommen.

Dieser Andrang auf die SVP-Liste war auch der Grund, dass es aus dem Linthgebiet nur eine der beiden Kandidaturen schaffte. Und da sich René Bühler, der dabei unterlegene Schmerkner Anwärter, den Delegierten mit viel weniger Pathos und Selbstbeweihräucherung vorstellte als andere, wurde er dann eben als einer „von hinter dem Ricken“ durch Kandidaten mit grösserer Hausmacht überrundet.

Morgen folgt die CVP

Als nächste Kantonalpartei ist nun morgen Donnerstag in Uzwil die CVP an der Reihe, die im Unterschied zur SVP wieder mit zwei Listen antreten wird Aus dem Linthgebiet sind Jakob Büchler, Schänis und Bernhard Kuster, Uznach, als Kandidaten für die Liste Südwest gemeldet.

Für Büchler werden gute Chancen ausgerechnet, den zurücktretenden Hans Werner Widrig zu beerben. Sollte der CVP gesamtkantonal ein Sitzverlust drohen, so wäre es allerdings vonnöten, dass diesmal die Liste Südwest mehr Stimmen bekäme als die Liste Nordwest, weil der Widrig-Sitz andernfalls wegfiele. Letztes Mal war die Liste Nordost mit 14.0 zu 12.1 Prozent im Vorsprung.

Ein Ständerat von nebenan?

R.H. Was die Ständeratswahlen betrifft, hat SVP-Präsident Toni Brunner am Montagabend die Katze noch nicht aus dem Sack gelassen – doch es soll offenbar eine geben. Wenn die SVP die Bisherigen (Erika Forster, FDP und Eugen David, CVP) ernstlich gefährden wollte, müsste sie wohl ihren Präsidenten selber portieren. Bereits begonnen hat der Ständeratswahlkampf derweil im Nachbarkanton Schwyz. Dort hat die FDP ebenfalls am Montag den 53-jährigen Kantonsrat Johann Späni aus Schindellegi für die Nachfolge von Ständerat Toni Dettling ins Rennen geschickt. Im Falle seiner Wahl gäbe es aus hiesiger Sicht also quasi wieder einen „Ständerat von nebenan“ (wie einst mit dem Lachner Hans Bisig). Plus wie bisher eine Nationalrätin, falls die ebenfalls wieder portierte Maya Lalive aus Bäch erneut reüssieren wird.

 

 

 

 

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aktualisiert 11.02.2005