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Gerüstet für die Alpauffahrt
Komitee „Stopp Luchs-Versuchsprojekt“
schenkt ein Geissli
Irene Riget
Im Laufe dieser Woche wird der Aelpler
Sepp Luchsinger mit seinem Vieh zum 29. Mal zuerst auf die Voralp
Hüsliberg und später auf Alp Trüebsitten auffahren.
Sein 13-jähriger Neffe Marco wird ihm auch heuer seine Geissen
zur Alpsömmerung anvertrauen.
Letztes Jahr verschwanden vier seiner Tiere
auf mysteriöse Weise – das Komitee „Stopp Luchs-Versuchsprojekt“
ist überzeugt, dass der Luchs dafür verantwortlich ist.
Seit seinem dritten Altersjahr verbringt Marco seine Sommerferien
bei seinem Onkel Sepp Luchsinger auf Alp Trüebsitten –
eingebetet zwischen Federi und Chüemettler oberhalb Schänis.
Und dabei sind ihm die Alptiere besonders ans Herz gewachsen. „Er
kennt jedes Rind beim Namen“ weiss dazu der 50-jährige
Aelpler Sepp zu berichten. Mit viel Freude und Liebe hegt und pflegt
er seine Ziegen zu Hause und bringt sie zur Sömmerung auf die
Rüttibergler Alp Trüebsitten. Besonders traurig war der
Schüler, als er im vergangenen Herbst ohne vier seiner Ziegen
ins Tal abfahren musste. Kantonsrätin Marianne Steiner ärgert
sich über die fadenscheinige Begründung der Verantwortlichen
des LUNO-Projektes, streunende Hunde hätten die Ziegen gerissen.
„Diese Aussage ist eine bodenlose Frechheit und zeugt von
wenig Naturkenntnissen“, wehrt sich die begeisterte Berglerin
vehement.
„Der Staat hat wichtigere Aufgaben
wahrzunehmen, als eine aktive Luchsansiedlung aus Steuergelder zu
finanzieren“. Das Komitee „Stopp Luchs-Versuchsprojekt“
hat gemeinsam mit 14189 Petitionären die Regierung aufgefordert,
keine weiteren Luchse mehr auszusetzen. Zudem soll der Vertrag für
das bestehende Luchs-Versuchsprojekt per 31. Dezember 2003 gekündigt
werden um fortan Wild und Nutztiere zu schonen, indem auf weitere
Projekte solcher Art verzichtet werden soll. Der katastrophale Zustand
der Bundes- und Kantonsfinanzen führen dazu, dass auf eidgenössischer
wie kantonaler Ebene am runden Tisch über Sparmassnahmen beraten
werden müsse. Gerade auch deshalb sei es höchste Zeit,
dass sich der Staat wieder auf seine Kernaufgaben konzentrieren
müsse.
Gemeinsam mit Nationalrat Elmar Bigger,
Co-Präsident des Komitees „Stopp Luchs-Versuchsprojekt“
versicherte Marianne Steiner, dass sie die Sorgen der Tierhalter
ernst nehmen werden und dieser Fall noch nicht abgeschlossen sei.
Mit den besten Wünschen für eine unfallfreie und friedliche
Alpsömmerung schenkten die beiden Parlamentarier Marco Luchsinger
eine prächtige Saanen-Ziege zum Trost.
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