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Pas de deux zu dritt am Tisch
Rapperswil: Hauseigentümerverband
Rapperswil lud zur Generalversammlung und zum Gespräch mit
Nationalratskandidaten
Als Sportsmann musste
Martin Klöti zugeben, dass er Heimvorteil hatte. Am Dienstagabend
traf sich der FDP-Nationalratskandidat zuerst mit dem Schänner
CVP-Nationalratskandidaten Jakob Büchler und danach mit Marianne
Steiner, Kaltbrunn der Kandidatin der SVP. Der Hauseigentümerverband
hatte sie ins Hotel Jakob zum Gespräch eingeladen.
Michael Kaspar
Zuerst die Generalversammlung, dann das
kalte Plättli und dann sozusagen der Showblock mit den drei
Kandidierenden. So wars geplant. Aber es kam anders. Einen Strich
durch die Rechnung machten die Bauern. Der Landwirtschaftsrat des
Kantonalen Bauernverbandes hatte „seine“ Nationalratskandidaten
nach St. Gallen beordert, weshalb Köbi Büchler die Versammlung
frühzeitig wieder verlassen musste. So erhielt Büchler
zwischen der Genehmigung des Jahresberichts des Präsidenten
und der Abnahme der Rechnung Gelegenheit, sich und seine Anliegen
vorzustellen. Das tat er mit Feuer und Eifer, er erzählte von
seinem Landwirtschaftsbetrieb in Schänis, seinen fünf
Kindern und seinen Jahren als Kantonsrat in St. Gallen. Seit kurzem
sei auch er Hauseigentümer, weshalb er die Anliegen der versammelten
Mitglieder sehr wohl kenne. Auf einige Fragen aus dem Publikum musste
er zugeben, dass die CVP-Politiker in Bern in letzter Zeit nicht
immer im Sinne der Hauseigentümer gestimmt hätten. Er
sehe sich deshalb in der CVP „rechts von der Mitte, denn das
Abdriften nach links ist nicht in meinem Sinn“. Natürlich
war auch die Landwirtschaft ein Thema und die Oekologie. Es sei
schon gut, so Büchler, dass man heute nach ökologischen
Grundsätzen Landwirtschaft betreibe, aber man dürfe auch
die Produktion nicht vergessen. Ein Beispiel von zuviel Oekologie
sei das Projekt der Linthsanierung. „Das geht eindeutig zu
weit“.
Eine Kämpferin und ein Visionär
Es ging weiter im Text wie geplant. Dann
kam das Plättli. Das anschliessend geplante Podiumsgespräch
wurde zu einem Pas de deux von Martin Klöti und Marianne Steiner,
die kurz zuvor dazu gestossen war. Damit es aber nicht allzu zweisam
wurde, lud man noch den an sich als Vertreter des Kantonalverbandes
anwesenden Karl Güntzel an den Tisch. Er kommt aus St. Gallen
und ist zudem noch SVP-Kantonsrat und Nationalratskandidat. Steiner
und Klöti stellten sich zunächst den Anwesenden vor. Marianne
Steiner als Treuhänderin und Arbeitgeberin sowie als „unermüdliche
Kämpferin für das Wohl des Volkes und des Landes“,
und als diejenige Kandidatin, die 1999 das beste Resultat im Linthgebiet
erreicht habe. Martin Klöti erzählte seinen Erlebnissen
im Toggenburg, als Lehrer, Landwirt und Unternehmer, sowie von seinen
Ideen und Visionen, die ihm schliesslich in Rapperswil nicht nur
ein Stadtratsmandat, sondern auch noch ein Hotel – eben den
Jakob – beschert hatten.
Trotz solchen Themen wie Eigenmietwertbesteuerung
und Schuldzinsabzug entwicklete sich ein spannendes und interessantes
Gespräch unter der Leitung von Hubert Ganz. Die Ansichten waren
jedoch nicht so unterschiedlich, wie man sie hätte vermuten
können. Man fand allgemein, dass die Hausbesitzer zu stark
geschröpft würden.
„Es gibt kein Land, in dem das Verhältnis
zum Wohneigentum so verkrampft ist wie in der Schweiz“, meinte
Güntzel. Und St. Gallen habe auch noch die höchste Eigenmietwertbesteuerung
der Schweiz. „Mit der Eigenmietwertbesteuerung“, so
Marianne Steiner, „wird ein Einkommen besteuert, das man gar
nicht hat. So etwas hat kein anderes Land.“ Dass man nun nicht
einfach mir nichts, dir nichts alle Steuern abschaffen könne,
leuchtete allen ein. Aber es dürfe auch nicht so sein, dass
die Hauseigentümer einfach alles ausbaden müssten. Ein
Thema war auch das Sparpaket, das der Kanton schnüren will.
Der im Parlament abgeblitzte Vorstoss von Marianne Steiner, das
ganze Amt für Umweltschutz mit seinen 87 Beamten aufzulösen
und jedem Amt seinen Umweltbeauftragten anzugliedern, könne
zwar nicht die Lösung sein. Aber die Verwaltung dürfte
auch nicht zum Sammelsurium von Berufen werden, die man „sonst
nirgends gebrauchen kann“.
Wechsel im Vorstand
Das letzte Jahr war für den Hauseigentümerverband
Rapperswil ein ruhiges. Per Ende Januar 2003 zählte der Verband
425 Mitglieder, die Jahresrechnung schloss mit einem kleinen Gewinn
ab. Für die zurücktretenden Vorstandsmitglieder Hansueli
Wick und Werner Wolfisberg wurden Michael Tschudi, Daniel Walser
und Andreas Wolfisberg gewählt. Der Präsident, Heinz Rieben,
und die anderen Vorstandsmitglieder Georges Büttner und Peter
Bucher stellten sich nochmals zur Verfügung.
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