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Stoppt Steuergelder für weltfremde
Luchsträumer!
Pro Natura lud kürzlich
zur Luchstagung “Schutz von Luchs und Co.: Diskretion oder
Rampenlicht?” ins glarnerische Ennenda. Sie orientierte in
einem ersten Teil über das Projekt, deren Konflikte und Akzeptanz.
Anschliessend fand in einem zweiten Teil eine Podiumsdiskussion
statt, an der ich als Contra-Referentin teilnahm.
Stadt-Land-Kluft immer grösser
Helene Baur vom Eidg. Forschungsanstalt
für Wald, Schnee und Landschaft beschäftigt sich mit der
Raubtierakzeptanzforschung. Sie berichtete über eine Studie,
die 1999 anlässlich einer Befragung der Bevölkerung in
der ganzen Schweiz zustande kam.
Von den rund 4000 verschickten Fragebogen
seien 1442 positiv beantwortet worden. Allerdings hat uns die Wald-
und Schnee-Spezialistin im Unklaren darüber gelassen, was denn
mit dem weitaus grösseren Teil von 2558 oder fast zwei Dritteln
der Fragebogen geschehen ist. Diese Mehrheit der Empfänger
war an dem, von den selbsternannten Raubtierspezialisten aus den
Finger gesogenen Problem, entweder überhaupt nicht interessiert,
oder sie lehnten es ab. Damit, so sollte man meinen, wäre das
von Steuergeldern finanzierte Pseudo-Problem eigentlich erledigt
gewesen.
Ziel nicht erfüllt – Ziel nicht
erreicht
Hansjakob Baumgartner, Journalist,
KORA berichtete über die Informationsarbeit seit der Wiederansiedlung
des Luchs in den 70er Jahren. Den Luchs ins Rampenlicht zu stellen,
habe nichts gebracht. Die Vorstellung, man könne mit allgemeiner
oder gar tendenziöser Wissensvermittlung kurzfristig einen
Meinungsumschwung in Kreisen der Luchsgegner herbeimanipulieren,
sei verfehlt.
Luchsgegner seien nicht einfach Ignoranten,
sondern ernsthafte Bürger. Die Informationsarbeit sei erst
dann erfüllt, wenn sie bei den Betroffenen angekommen, verstanden
und glaubwürdig wahrgenommen werde. Eine andere, akzeptablere
und vor allem auch weit billigere Möglichkeit wäre es
aber auch - so meine Ansicht - sowohl die Informationsarbeit und
auch gleich das Projekt einzustellen und die Kraft endlich wichtigeren
Dingen zuzuwenden.
Norwegen/Schweiz vergleichbar?
Barbara Zimmermann, Biologin, Hedmark
University College berichtete über die Rückeroberung der
Raubtiere in Norwegen. "Norwegen und die Schweiz seien ähnlich,
beide hätten hohen Wohlstand und beide wollen etwas besonderes."
Die Rückkehr der Raubtiere in Norwegen
sei aber sehr problematisch, Viele Konflikte entstünden, weil
durch Luchs und Bär viele Kleintiere gerissen würden.
Der Staat gebe jährlich nahezu 10 Mio. Franken für die
Entschädigung von 30.000 Schafen und 6 Mio. Franken für
gegen 20.000 Renntiere aus. Allein insgesamt weit über 15 Mio.
für Tierentschädigungen, dazu kommen noch die Verwaltungskosten.
Wenn in Norwegen die Verwaltung ähnlich
wuchert wie bei uns üblich, kommen vermutlich total gut und
gerne 25 bis 30 Millionen zusammen. Konflikte entstünden auch
in Jägerkreisen. Sie fürchten den Wolf als Konkurrenten
um die gemeinsame Beute, den Elch. Die Tatsache, dass jedes Jahr
Jagdhunde von Wölfen getötet würden, verschärfe
den Konflikt zusätzlich.
Jede dritte Einwohnerin oder jeder dritte
Einwohner fürchten sich, und empfindet die Nähe der Raubtiere
als unzumutbar und als Verschlechterung der persönlichen Lebensqualität.
Angst herrsche vor allem bei der Landbevölkerung und dort natürlich
bei Familien mit Kindern.
Was alle angeht – müssen auch
alle mitbestimmen!
Werner Grond, Chefredaktor "Schweizer
Jäger", Offizielles Organ des Schweiz. Patentjäger-
und Wildschutzverbandes wies darauf hin, dass der CHJV die freilebende
Tierwelt und ihre Lebensräume schütze und erhalte, die
Interessen der Schweiz. Jägerschaft wahrnehme und die Zusammenarbeit
mit anderen Schutzorganisationen pflege.
Bereits der Zweckartikel lasse den gewaltigen
Spagat zwischen den verschiedenen Interessen erahnen. Der Standpunkt
der CHJV müsse und werde immer klar sein. Er habe sich an die
gesetzlichen Vorschriften zu halten. Die Zusammenarbeit müsse
in Zukunft verbessert werden. Der CHJV schätze es gar nicht,
vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. "Was alle angeht,
müssen auch alle mitbestimmen."
In der Hölle des Luchses
Im zweiten Teil nahm ich an einer
Podiumsdiskussion mit Christian Trionfini, Revierförster des
Bezirks St. Gallen, Rico Kessler, Projektleiter Umweltpolitik, Pro
Natura beide PRO-Referenten teil. Ich war mir bewusst, dass ich
mich als Contra-Referentin in der "Hölle des Luchses"
befand.
Im Gegensatz zu den Wildtierträumern
war ich aber nur vordergründig alleine, denn ich wusste 14124
Petitionäre des Stopp Luchs-Versuchsprojekts, beängstigte
Bürgerinnen und Bürger, besorgte Steuerzahlerinnen und
Steuerzahler, Landwirte, Jäger, Schaf- und Ziegenhalter in
meinem Rücken.
Die Aussage von Frau Zimmermann betreffend
Gemeinsamkeiten Norwegen/Schweiz war derart absurd und neben den
Schuhen, dass ich gar nicht darauf eingehen mag. Norwegen ist z.B.
10 x grösser als die Schweiz und hat nur 4 Mio. Einwohner.
Die Schweiz ist das dicht besiedelste Land.
Auf die Frage aus dem Publikum an Herr Trionfini,
wieviel Luchse denn in der Nordostschweiz verträglich wären,
beantwortete der PRO-Referent spontan mit 20 - 50 Tieren. Wenn man
weiss, dass ein Luchs rund 55 Tiere pro Jahr für seine Nahrung
benötigt, ist dies ein absoluter Wahnsinn. Die Artenvielfalt
die Pro Natura immer wieder propagiert, wäre tatsächlich
gefährdet und verschiedene Tiere wie Rehe, Gemsen, Auerhahn,
Hasen usw. würden ausgerottet.
Stoppt endlich diese Steuergeld verschwendenden
Luchsträumer!! Es ist höchste Zeit, dass der Staat sich
wieder auf seine Kernaufgaben konzentriert und aufhört, verantwortungslos
Steuergelder für unnötige Projekte zu verschleudern. Wir
wollen uns nicht länger von einer Minderheit, wie in einer
Diktatur vergewaltigen lassen, wir wollen mitbestimmen.
Die Wiederansiedlung von Raubtieren bei
uns, ist nach meiner Meinung eine Wohlstandskrankeit. Die muss,
nachdem der Wohlstand in der Zwischenzeit weitgehend zerbröckelt
ist, wie jede andere Krankheit auch, dringenst therapiert werden.
Marianne Steiner, SVP-Kantonsrätin
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Stopp Luchs-Versuchsprojekt –
Anfrage immer noch offen
Mit der Uebergabe der Petition habe
ich am 1. Juli 2002 eine einfache Anfrage an die Regierung
mit den Forderungen der Petitionäre gestellt.
Anfangs September konnte man aus den
Medien erfahren, dass die 2 bis 3 Luchse im Kanton Thurgau
ausgesetzt werden. Ueber diesen Akt zeigte sich Regierungsrat
Schönenberger in der September-Session selbst erstaunt
und will davon nichts gewusst haben.
Ich habe von den Verantwortlichen
doch mehr Fingerspitzengefühl, ja mehr Anstand erwartet,
dass sie zumindest bis zur Antwort der Regierung auf meine
Anfrage zuwarten. Nein, kaltschnäuzig gehen sie über
den Widerstand der Bevölkerung hinweg und kündigen
mit einer bodenlosen Arroganz an, dass die Tiere nun im Kanton
Thurgau ausgesetzt würden.
Damit ist das Problem nicht gelöst,
nur abgeschoben und die Mitbestimmung der Bevölkerung
wird massiv mit Füssen getreten. Dies trägt nicht
zur allgemein gewünschten Konfliktlösung bei, nein
im Gegenteil, sie verhärtet damit die Fronten noch mehr.
Will die Regierung mit ihrer Antwort bis zum St. Nimmerleinstag
zuwarten??
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