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SVP- Pressekonferenz zur Familienpolitik
vom 10. Juli 2001
Die Familie - das bleibende Fundament der Gesellschaft
Marianne Steiner, Vizepräsidentin
SVP-Frauen Schweiz, Kantonsrätin, Kaltbrunn (SG)
Familienpolitisches Papier: Vorarbeit
durch die SVP Frauen Schweiz
Die kinderreichen Familien und die oft
von Familien getragenen kleinen und mittleren Betriebe haben in
den 90-iger Jahren unter den hohen Steuern und vielen Abgaben gelitten.
Die Krankenkassenprämien und die Steuerbelastung nehmen kontinuierlich
zu. Dadurch und durch die zunehmende Gewalt an Schulen sowie die
Abdelegierung der Erziehungsaufgaben gewisser Eltern an die Schule
beunruhigt, haben die SVP Frauen vor über einem Jahr beschlossen,
sich mit dem Thema Familienpolitik näher zu befassen. Es scheint
den SVP Frauen im 21. Jahrhundert an der Zeit, einen Marschhalt
zu machen - zurückzublicken - aus Fehlern zu lernen und den
Mut aufzubringen, den Kurs der falschen Politik endlich zu ändern.
Das vorliegende Papier wurde zuhanden der SVP Schweiz erarbeitet
und durch die entsprechenden Gremien verabschiedet. Es ist in vier
Teile gegliedert: Die Aufgaben der Familie, der Gesellschaft, der
Wirtschaft und des Staates.
Mut zur Umkehr: Eigenverantwortung statt
staatliche Leistungen
Die SVP Frauen Schweiz und mit ihnen die
gesamte SVP Schweiz wollen mit diesem Familienpapier aufzeigen,
dass mit Eigenverantwortung mehr erreicht werden kann als mit der
Delegation der Aufgaben an den Staat. In den 70iger Jahren haben
zwar viele Familien weniger verdient als heute, sie wurden jedoch
vom Staat auch wesentlich weniger zur Kasse gebeten. So zum Beispiel
konnte man mit einem 13. Monatsgehalt für die direkten Steuern
rechnen. Heute genügt das bei weitem nicht mehr – es
müssen 2 bis 2 ½ hart verdiente Monatslöhne als
direkte Steuern abgeliefert werden. Dem nicht genug, es kommen noch
die in der Zwischenzeit neu eingeführten Abgaben und Gebühren
dazu, die früher in den direkten Steuern enthalten waren. Massiv
sind auch die Krankenkassenprämien, unter der Leitung der Sozialministerin
BR Dreifuss buchstäblich ins Uferlose getrieben worden und
sind heute nicht mehr finanzierbar. Da sind die Prämienverbilligungen
reine Kosmetik – denn diese müssen ja auch durch die
Bürger - wiederum durch Steuern - finanziert werden. Damit
wir auch in Zukunft die Eigenverantwortung wahrnehmen können,
muss den Familien durch Entlastungen bei Steuern, Gebühren
und Prämien wieder mehr Geld zur Verfügung bleiben. Ebenso
gilt es, dass die Eltern ihre Verantwortung in der Erziehung der
Kinder wahrnehmen. Was die SVP darunter versteht wird meine Kollegin
Frau Cornelia Stamm Hurter, Vizepräsidentin SVP Schweiz ausführen.
Freiheit statt unbezahlbare Abgeltungen
Die Leistungen der Familie gegenüber
der Gesellschaft werden mit zunehmender Individualisierung immer
weniger anerkannt. Als Gegenentwicklung dazu werden die Forderungen
nach Abgeltung der Leistungen lauter. Die Leistungen der Familie
können jedoch materiell nicht abgegolten werden, sondern sind
durch schlanke Gesetze zu honorieren, die jedem Einzelnen eine möglichst
grosse Entscheidungsfreiheit lassen. Die SVP setzt sich für
Massnahmen ein, die Jugendliche zur Selbstverantwortung führen
und älteren Menschen die Selbständigkeit und eine möglichst
umfängliche Integration in die Gesellschaft erhalten.
Innere Sicherheit und Sicherung der Sozialwerke
statt süsses Gift
Die SP hält mit Hilfe der bürgerlichen
CVP und Teilen der FDP die Umverteilungsmaschinerie kräftig
im Gange. Mit immer neuen Subventionen des Staates wollen sie die
Armut der Familien bekämpfen und merken nicht, dass sie sie
selbst dadurch immer mehr in die Armut treiben. Zwar ist es populär
und sehr attraktiv, immer wieder neue Leistungen des Bundes den
Bürgerinnen und Bürgern zu versprechen, ich denke hier
an Ergänzungsleistungen für Familien, Mittagstisch, Tagesschulen,
Betreuungsstätten um nur einige, zur Zeit aktuelle zu nennen.
In der föderalistischen Schweiz sind solche Leistungen allenfalls
von der Gemeinde zu unterstützen, aber gehören nicht in
den Aufgabenkatalog des Bundes. Es ist eine Politik mit negativen
Rückkoppelungseffekten, denn um diese Leistungen finanzieren
zu können verlangt der Staat von den gleichen Familien mehr
Geld durch die Hintertür - in Form von höheren Steuern,
Abgaben und Gebühren. Der Staat hat für die soziale Sicherheit
zu sorgen. Darunter versteht die SVP einerseits, auf Bundesebene
die Finanzierung der Sozialwerke zu sichern, andererseits auf Gemeindeebene
mit staatlicher Hilfe subsidiär einzugreifen. Der Staat hat
die wichtige Aufgabe, die die Familien für die Gesellschaft
erfüllt, durch gute Rahmenbedingungen zu stützen, insbesondere
durch die Gewährleistung der äusseren und inneren Sicherheit,
der rechtlichen und steuerlichen Privilegierung und einer optimalen
Infrastruktur.
Für die Verbesserung der inneren Sicherheit
fordert die SVP, dass das Höchststrafmass für einzelne
Gewaltverbrechen, insbesondere strafbare Handlungen gegen die sexuelle
Integrität von Kindern, neu festzulegen ist. Für schwere
Fälle und Wiederholungstäter ist die lebenslange Verwahrung
vorzusehen. Der Staat hat auch für den Schutz des geborenen
und ungeborenen Lebens zu sorgen. Dazu wird Herr NR Föhn einige
Ausführungen im Anschluss an mein Referat machen.
Bei der steuerlichen Privilegierung setzt
sich die SVP dafür ein, dass Ehepaare weiterhin gemeinsam veranlagt
werden (Vollsplitting ohne Wahlrecht) und bei den Steuern grosszügige
Kinderabzüge gemacht werden können.
Die Aufgabe der Wirtschaft
Die Wirtschaft sorgt für die Ausbildung
der verschiedenen Berufsleute. Sie hat ihre Verantwortung gegenüber
den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wahrzunehmen und für
gute Rahmenbedingungen zu sorgen, damit die Eltern die Erziehung
ihrer Kinder in Eigenverantwortung wahrnehmen können. Familie
und Arbeit sollen sich ergänzen. Innovative Bestrebungen auf
betrieblicher Ebene sind zu begrüssen, die es den Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern ermöglichen, Eltern zu sein und den Kindern
erlaubt, an der Arbeitswelt der Eltern zeitweise teilzuhaben. Ebenfalls
sollen Unternehmen ihre Beurteilungen von Personen nicht nur anhand
der Diplome vornehmen, sondern die Erfahrung, die soziale Kompetenz,
das Potential und den Charakter der Einzustellenden als wichtige
Kriterien mitberücksichtigen.
Lobby für die Familie schaffen
Die traditionelle Familie, die für
den Staat eine wichtige Aufgabe übernimmt, soll durch eine
gute Rahmengesetzgebung gestützt werden. Die SVP kämpft
dafür, dass die Familie von der notwendigen gesellschaftspolitischen
Akzeptanz profitieren kann und dadurch das ihre für die Gesellschaft
leistet.
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