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"Linth-Zeitung" – Schänis, 19. August 1999

Wahlkampfauftakt der SVP Gaster mit den SVP-Nationalräten Ueli Maurer und Toni Brunner im Mehrzweckgebäude Hof

Wahlkampfauftakt  SVP Gaster 19.8.1999

Marianne Steiner und ihr Podium (von links): Maurer, Brunner, Reinisch.

von Thomas Marth

Vom Bauern zum Knecht? Wehrt Euch gegen den EU-Terror

Unter diesem Titel eröffnete SVP-Nationalratskandidatin Marianne Steiner am Donnerstagabend ihren Wahlkampf. Rund 250 Männer und Frauen kamen.

Alle reden von den bilateralen Verträgen (am 30. August beginnt dazu in Bern eine Sondersession), die SVP redet von der EU - mit Erfolg: So viel Volk ist bisher noch zu keinem Wahlkampfauftakt einer Partei in den Bezirken See und Gaster erschienen.

Dass sich die bilateralen Verträge für die SVP momentan nicht gut als Wahlkampf-Thema eignen, hat damit zu tun, dass ihre Position dazu immer noch nicht feststeht. Ueli Maurer, SVP-Präsident Schweiz, dazu in Schänis: «Wir können dann Ja sagen zu den bilateralen Verträgen, wenn sie den Schlusspunkt in der Annäherung an die EU darstellen und nicht den Auftakt zu weiteren Verhandlungen.» Diesbezüglich warte man immer noch auf eine Antwort des Bundesrates. Das Referendum zu ergreifen, behalte man sich weiterhin vor.

Das Thema war von ihm erst auf eine Frage aus dem Publikum hin aufgegriffen worden. Und er musste zugeben, dass zumindest beim Käse EU-Beitritt oder bilaterale Verträge einerlei sind. Auch mit letzteren fallen bis Mitte des nächsten Jahrzehnts stufenweise sämtliche Schutzzölle.

Toni Brunner wies darauf hin, dass gemäss offizieller Studie aus dem St. Galler Volkswirtschaftsdepartement immerhin bei der Milch ein Unterschied resultiert. Danach löst der Bauer heute 77 Rappen für den Liter, im Jahr 2008 ohne EU-Beitritt 66 Rappen, mit EU-Beitritt 44 Rappen.

Karl Reinisch, Bauer aus der Steiermark, berichtete über die Folgen des EU-Beitritts für die Bauern in Österreich. Was er erzählte, dürfte allerdings auch den Schweizer Landwirten nicht allzu fremd vorgekommen sein: weniger Geld im Sack, immer mehr Bürokratie, einkommenswirksame Sanktionen für alles und jedes.

Freilich sassen nicht nur Bäuerinnen und Bauern im Saal. Aber alle Anwesenden hörten es gerne, als es hiess: «Wir können und wollen stolz sein, dass wir Schweizer sind.» (tma)

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aktualisiert 11.02.2005