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"Linth-Zeitung" vom 24.9.1999
| Uznach: Nicht immer konnten
die Veranstalter von Wahl-Anlässen in den letzten Tagen
von einem berauschenden Publikumsaufmarsch berichten. Ganz anders
am Mittwochabend in Uznach. Die SVP konnte mit den Nationalräten
Walter Frey und Toni Brunner die Prominenz bieten, die in die
Säle lockt - in diesem Fall in denjenigen des Ochsen. (lz) |
«Schuldenwirtschaft des Staates»
Uznach: Gefüllter Saal an der SVP-Veranstaltung vom Mittwoch
Im Linthgebiet haben schon
viele Wahlveranstaltungen für die Eidgenössischen Nationalratswahlen
vom 24. Oktober stattgefunden, doch kaum eine wurde so reich besucht
wie die gestrige der SVP. Einer der Gründe für das rege
Interesse in der Bevölkerung war wohl die Anwesenheit von Nationalrat
Walter Frey.
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| Gedankenaustausch:
Toni Brunner und Marianne Steiner in der Pause. Karin Furrer
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von Karin Furrer
«Es ist noch nicht so schlimm, dass
unser Land vor dem Bankrott steht», beruhigt Nationalrat Walter
Frey aus Zürich zu Beginn seiner Rede. «Doch wenn der
Staat mit seiner Schuldenwirtschaft noch sieben Jahre so weitermacht,
dann kann es doch noch so weit kommen», fügte er an.
Der Finanzfachmann Frey sprach zum Thema «Schuldenwirtschaft
des Staates als Grundlage für die Zukunft?».
Wo kann gespart werden?
Die Grundprinzipien einer guten und wirkungsvollen
Fmanzpolitik sind laut Frey von politisch rechts und links stehenden
Ökonomen anerkannt. Eines von diesen Prinzipien verlangteine
effiziente Aufgabenerfüllung. Frey fragte deshalb seine Gäste:
«Sind 1,6 Milliarden Schweizer Franken für Flüchtlinge
effizient?» Er verneint die Frage natürlich gleich selbst.
Er will 500 Millionen Franken von diesen 1,6 Milliardn einsparen.
Auch sparen könne man bei den Finanzierungen der Öffentlichkeitsarbeiten
des Bundesrates.
Im neuen Finanzpapier der SVP steht zudem:
«Der Bund hat - vielfach vom Parlament verordnet - zu viele
Aufgaben übernommen. Die SVP fordert deshalb, dass sich die
öffentliche Hand sukzessive aus den Bereichen Postwesen, SBB
und Radio und Fernsehen zurückzieht.» «Die SVP
will sparen, aber nicht bei der AHV», versicherte Frey. Dreimal
sei das Sparprogramm der SVP nicht angenommen worden, doch sie lässt
sich nicht unterkriegen. «Die SVP will die direkten Steuern
auf Stufe Bund um zehn Prozent senken», gibt Frey bekannt.
Wohin mit den Goldreserven?
Zum Anschluss an das Referat von Walter
Frey, fand eine Podiumsdiskussion statt. Der Präsident der
SVP Bezirk See, Kantonsrat Paul Meier aus Ernetschwil, der das Gespräch
leitete, fragte zu Beginn: «Bei der SVP ist Sparen angesagt,
ausgenommen bei den Bauern?» Die Frage richtete sich natürlich
an Toni Brunner, Nationalrat und Präsident der SVP Kanton St.
Gallen «Wegen demDirektzahlungssystem sind viele neue Betriebe
- so genannte Hobby-Betriebe - entstanden. Ich bin dafür, dass
man produzierende Familienbetriebe unterstützt, nicht aber
diese Hobbybetriebe, die sollen ihre Kosten selber tragen.».
Auf die Frage von Paul Meier, ob die Goldreserven
die Bundesschulden abbauen sollen, antwortete die Nationalratskandidatin
Marianne Steiner aus Kaltbrunn: «Ich bin dafür, dass
überschüssige Goldreserven in die AHV investiert werden,
so könnte ein Mehrwertsteuer-Prozent, das sind rund 2,2 Milliarden
Franken, zurückgehalten werden. Die Jungen würden nicht
mehr belastet und könnten trotzdem profititieren». Während
der Diskussion erwähnte der Nationalratskandidat René
Bühler aus Schmerikon «Wenn ich als Privatperson so viele
Schulden gemacht hätte wie der Bund, dann wäre ich schon
lange im Gefängnis».
Um 22 Uhr verabschiedeten sich die beiden
Nationalräte, Walter Frey und Toni Brunner frühzeitig,
weil sie wieder nach Bern mussten. Marianne Steiner und René
Bühler diskutierten mit dem Publikum aber noch eine Viertelstunde
weiter.
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