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SVP-Hock an der Wiege der Grünenfelder

Fünf Kandidierende und viel Volk am SVP-Wahlkampf-Auftakt in Wangs

Zwei Nationalratskandidatinnen, zwei Nationalratskandidaten und der Ständeratskandidat der St. Galler SVP haben am Freitag in Wangs den Wahlkampf eröffnet. Im Mittelpunkt standen weniger gescheite Reden als vielmehr der persönliche Kontakt.

Ziehen mit viel Optimismus für die SVP in den Nationalrats- und Ständeratswahlkampf (von links): René Bühler, Elmar Bigger, Marianne Steiner, Ruth Schelling und Manfred Zemp.        Bild: Leo Coray

von Leo Coray

WANGS   Eigentlich war am Freitagabend «nur» der Monatshock der SVP Vilters-Wangs angesagt. Doch angesichts der erwarteten politischen Prominenz strömten rund 80 Mitglieder und Sympathisanten der jüngsten St.Galler Partei aus dem ganzen Bezirk am Wangserberg zusammen. Gastgeber waren Peter-Paul und Anita Good auf ihrem 25-Hektaren-Betrieb Grünenfeld, «dem Ursprung des Geschlechts Grünenfelder», wie Good bei der Begrüssung erwähnte. Zwar standen an dem Abend mit Apéro, Bauern- und Dessertbüffet die Gemütlichkeit sowie persönliche Gespräche mit den Kandidierenden - die meisten blieben bis um Mitternacht - im Zentrum. Dennoch kamen die Bewerberinnen und Bewerber um einen Sitz im nationalen Parlament um eine kurze Vorstellung nicht herum. Allen eigen war ihr Einstehen für eine unabhängige Schweiz, für Mittelstand, Gewerbe, Land- und Alpwirtschaft sowie eine gesunde Portion Selbstbewusstsein.

Mit Papierkrieg abfahren

Den Anfang machte Ständeratskandidat Manfred Zemp (St. Gallen). Er ist Jurist und Inhaber eines Gipsergeschäfts. Bevor er sich selbständig machte , war er viele Jahre im Kantonalen Baudepartement tätig, kennt den politischen Verwaltungsbetrieb also gut. Zemp beeindruckte die Anwesenden mit seinem Humor. Er sang den «Schacher Seppeli» und versprach in einer selbst gedichteten Strophe, den St. Galler SVP -Wählerinnen und -Wählern treu zu dienen, sollte er nach Bern ziehen können.

Weiter zeigte sich Zemp überzeugt, der Mut der aus der ehemaligen Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei hervorgegangenen SVP, konsequent für die Anliegen dieser Bevölkerungsgruppen zu kämpfen, werde sich in Wählerstimmen auszahlen. Er wolle sich einsetzen für eine vernünftige Einschränkung des Verbandsbeschwerderechts, dessen bisherige Praxis die Wirtschaft hemme, sagte er. «Auch müssen wir endlich mit dem Papierkrieg abfahren», antwortete er Peter-Paul Good, der die überhand nehmende Bürokratie für Gewerbe und Landwirtschaft scharf kritisiert hatte.

Zwei Monatslöhne Steuern

Nationalratskandidatin Marianne Steiner (Kaltbrunn) ist 49-jährig, Inhaberin eines Treuhandbüros und Bezirkspräsidentin der SVP Gaster. Ihr Interesse liegt bei der Steuerpolitik, die sie als schlecht und nicht mehr konkurrenzfähig beurteilt. Steuern und Abgaben hätten eine «für den Mittelstand nicht mehr tragbare Limite» erreicht, sagte sie und illustrierte dies an einem Beispiel:

«Vor wenigen Jahren reichte für die Steuern der 13. Monatslohn. Heute werden dafür zwei bis zweieinhalb Monatslöhne benötigt.»

Aufgrund ihres Berufes Hauswirtschaftslehrerin ist für die 55-jährige Ruth Schelling (Wil) die Bildungspolitik ein Schwerpunkt. Sie will die Schulen aufwerten, weil sie festgestellt hat, dass «in unseren früher hervorragenden Schulen das Niveau seit einiger Zeit sinkt». Daneben interessiert sich die Nationalratskandidatin, die von einer Verdoppelung des St. Galler SVP-Wähleranteils überzeugt ist, für Familien- und Steuerpolitik.

René Bühler (Schmerikon) ist 43 Jahre alt, technischer Angestellter und Gründungsmitglied und Vizepräsident der SVP Bezirk See. Er setzt sich ein für eine tragbare Finanzpolitik «ohne jede Steuer-, Gebühren- und Abgabenerhöhung». Kämpfen will Bühler ferner gegen einen EU-Beitritt und für eine Asylpolitik, die echt Verfolgte besser schützt, bei unechten Flüchtlingen, «die unser Land ausplündern wollen», aber eine konsequent rasche Wegweisung ermöglicht.

Als letzter Nationalratskandidat über sich selber sprach Elmar Bigger (Vilters), der zuvor als SVP-Ortspräsident durch den Abend geführt hatte. Der 50jährige Landwirt ist Kantonsrat und Präsident des Landwirtschaftlichen Bezirksverbandes Sarganserland. Als ehemaliger Ringer und Schwinger sei er auch in der Politik eine Kämpfernatur geblieben, sagte der engagierte Landwirtschaftspolitiker. Als Kandidierender wolle er mithelfen, «für die SVP möglichst viele Stimmen zu gewinnen», blieb er bescheiden.

Neu nun auch im Taminatal

Nun steht es definitiv fest: Die am 1. August an der Bundesfeier in Pfäfers angekündigte Gründung einer SVP-Sektion im Taminatal findet am Mittwoch, 15. September, statt. Wie SVP-Bezirkspräsidentin Lisbeth Schnider (Vilters) am Freitag am Wahlkampfauftakt in Wangs mitteilte, ist lediglich der Ort der Gründung noch nicht definitiv festgelegt. Auf Hochtouren laufen derzeit auch die Vorbereitungen für die Gründung einer SVP-Ortspartei in Bad Ragaz. Laut Elisabeth Schnider soll sie in diesem Herbst erfolgen, möglicherweise noch vor den eidgenössischen Wahlen. Heute Montagabend wird in Degersheim die 50. Ortspartei der SVP im Kanton St. Gallen gegründet. (lco)

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EU-Beitritt
Volles Haus – Wahlkampfauftakt in Schänis
Gründung Ortspartei Benken
SVP-Höck in Wangs – Wahlkampf-Auftakt in Wangs
SVP-Wahlveranstaltung in Uznach

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

aktualisiert 11.02.2005