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EU-Beitritt als rotes Tuch
Wahlauftakt der SVP See und Gaster
in Schänis
"Südostschweiz"–
Schänis: 19. August 1999
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| Dann
geht alles schlecht:
Toni Brunner,
SVP-Nationalrat
Bilder: Gabi Eugster |
Keine
Existenz mehr für Hälfte der Bauern:
Ueli Maurer, Präsident SVP Schweiz |
Was hat
sich in Österreich verändert, seit das Land bei der EU
ist - und was würde ein EU-Beitritt für die Schweiz bedeuten
?
Diese zwei Fragen standen
im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion zum Wahlauftakt der SVP See
und Gaster. Karl Reinisch, Landwirt aus Österreich, Ueli Maurer
und Toni Brunner diskutierten diese Fragen.
von
Gabi Eugster
Der SVP-Wahlauftakt stand unter dem Titel
«Vom Bauern zum Knecht?»
und hatte am Donnerstagabendetwa 250 Besucherinnen und Besucher
ins Mehrzweckgebäude Hof in Schänis gelockt. Zum Auftakt
der Veranstaltung spielte das Jugendmusikspiel der Musikschule Schänis
unter der Leitung von Marcel Zahner.
Kandidatinnen und Kandidaten der SVP
Wie so üblich bei Wahlveranstaltungen,
stellten sich zu Beginn die Kandidatinnen und Kandidaten der SVP
für den National- und Ständerat vor. Die acht anwesenden
Männer und Frauen erläuterten kurz, wofür sie sich
in Bern einsetzen würden, falls sie gewählt würden.
Aus unserer Region stehen Marianne Steiner aus Kaltbrunn und Réne
Bühler aus Schmerikon auf der SVP-Wahlliste. Marianne Steiner,
die in Schänis den Abend leitete, möchte sich für
eine gesunde Wirtschaft, gesunde Finanzen und eine unabhängige
Schweiz einsetzen.
Und Réne Bühler kämpft
für den Mittelstand und gegen einen Beitritt zur EU und Uno
und möchte sich in Bern für eine Verschärfung der
Asylpolitik ein setzen.
Ein EU-Bauer erzählt
Karl Reinisch ist Bauer auf einem Betrieb
in der österreichischen Steiermark. Er erzählte, wie sich
die Landwirtschaft in Österreich aus seiner Sicht verändert
hat, seit das Land vor fünf Jahren der EU beigetreten ist.
Bei intensiver Landwirtschaft eines Milchwirtschaftsbetriebes gleichen
die Direktzahlungen den Mindererlös durch einen gesunkenen
Milchpreis nicht aus, bei extensiver Landwirtschaft kommt der Betrieb
auf das gleiche Einkommen wie vor dem EU-Beitritt. Und auch beim
Ackerbau gilt: je intensiver die Anbauart, desto höher sind
die Mindererlöse.
In Österreich gibt es ganz viele Ausgleichszahlungen
für Bauern. Dies führt zu einem hohen administrativen
Aufwand, wobei die Behörden anscheinend sehr genau prüfen,
dass alle Formulare ausgefüllt sind und Termine eingehalten
werden. «Um zu überleben, stocken österreichische
Landwirtschaftsbetriebe auf und verbessern ihre Produktionstechnik,
sie werden industrieller, senken Kosten, wo immer es geht, investieren
in die Direktvermarktung, und Bauern gehen ausserlandwirtschaftlichen
Tätigkeiten nach», erzählte Karl Reinisch. Für
den Steiermarker ist klar: «Die EU hat' nicht das gebracht,
was sie versprochen hat.»
Der schweizerische Parteipräsident
der SVP, Ueli Maurer, schilderte anschliessend die Auswirkungen
eines EU-Beitritts für die Schweiz aus seiner Sicht: So soll
das bäuerliche Einkommen gemäss dem Integrationsbericht
des Bundesrates um 1,5 Milliarden sinken. Da in einigen Jahren die
Osterweiterung der EU ansteht, würden die, Preise für
Landwirtschaftsprodukte in der EU um weitere 20 Prozent sinken,
führte Maurer aus. Deshalb werde das Einkommen der Bauern in
fünf Jahren bei einem EU-Beitritt halbiert sein, was bedeute,
dass mehr als die Hälfte der Bauern keine Existenz mehr haben
werden.
Toni Brunner erläuterte anhand des
Landwirtschftsberichtes des Kantons St. Gallen, wie sich die Preise
für Landwirtschaftsprodukte verändern werden. Laut diesem
Bericht sind die Preise im Jahre 2008 für Milch, Fleisch und
Mastkälber auf jeden Fall viel tiefer als heute, bei einem
EU-Beitritt bekommt der Landwirt für diese Produkte noch weniger.
Zudem beschrieb der bald 25-jährige Jungnationalrat, dass ein
grosser Strukturwandel in den ländlichen Gegenden stattfinde,
wenn viele Bauern ihre Existenz verlieren: «Wenn es einem
schlecht geht, geht es allen schlecht.»
EU-Beitritt oder nicht?
Ob die Schweiz der EU beitreten solle oder
nicht, sei eine der wichtigsten Frage der nächsten Jahre, hielt
SVP-Präsident Ueli Maurer fest. Für alle drei Redner war
klar, dass ein EUBeitritt der Schweiz schaden würde und deshalb
nicht in Frage kommt. Wie es allerdings mit der Schweiz ohne EU-Beitritt
weitergeht, wurde an diesem Abend eigentlich nicht besprochen.
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